Die skurrilsten Streitfälle im Mietrecht

Die skurrilsten Streitfälle im Mietrecht finden Sie zusammengestellt in einem aktuellen Artikel der Berliner Zeitung vom 24.02.2010...
Hier einige Auszüge...

Treppe statt Aufzug

Eine Vermieterin kündigte im Bürogebäude sie per Aushang an, den Aufzug nur noch während der Öffnungszeiten von 8 bis 9 Uhr fahren zu lassen. Am Wochenende und außerhalb der Öffnungszeiten sollte dann die Treppe genommen werden – bis in den zehnten Stock. Mit einer Zeitschaltuhr wollte sie den Betrieb regulieren. Für das Oberlandesgericht Frankfurt war das eine unzulässige Forderung (Az: 2 W 22/04).

Duschen auf Zeit

Duschen und Baden ist nachts zwar erlaubt, aber bitte nicht zu lange. Laut Oberlandesgericht Düsseldorf reichen 30 Minuten. Diese „genügen für vorbereitende und abschließende Tätigkeiten wie Ein- und Ablaufenlassen des Badewassers“ (Az: 5 Ss (Owi) 411/90-(Owi)181/90).

Stehen oder Sitzen

Weil sein Nachbar im Stehen pinkelte, fühlte sich ein Mieter belästigt und klagte. Dem Amtgericht Wuppertal ging das aber zu weit und riet dem Kläger zu mehr Gelassenheit (Az: 34 C 262/96). Das Berliner Landesgericht entschied dagegen anders: Wenn „Uringeräusche“ des Nachbarn im eigenen Wohnzimmer zu hören sind, ist eine Mietminderung von zehn Prozent gerechtfertigt. (Az: 67 S 335/08)